Was ist Kunst?  
 

Persönlichkeit

Wahrnehmbarkeit

Botschaft

Wissenschaft

Experiment

Therapie

 

Künstler "non stop"?

 

Wahrnehmbarkeit
(Frage angesichts eines Kunstwerkes: "Wie trittst du an die Menschen heran?")

In meiner Kunst-Definition sehe ich, als eines von sechsen, das Element "Wahrnehmbarkeit" als unabdingbaren Bestandteil jeder Kunst.
Was bedeutet das?
Im Klartext: Es kann nur dann von "Kunst" geredet werden, wenn ein Arbeitsergebnis oder ein begutachtbarer Prozess vorliegt. Eine Choreografie, ein Gedicht, eine Komposition, eine Skulptur, ein Bild etc.

Die gute Nachricht für die "Verteidiger" real existierender Kunst: Damit ist alles Wahrnehmbare - wenn es außerdem die Elemente Persönlichkeit, Botschaft, Wissenschaft, Experiment und Therapie beinhaltet - qualifiziert, sich um den Titel "Kunst" zu bewerben.
Die schlechte Nachricht: Es gibt keine schlechte Nachricht, denn in letzter Konsequenz läuft die Frage nach der Wahrnehmbarkeit natürlich auf die Frage hinaus, ob ein fallender Baum im Wald ein Geräusch macht, wenn niemand da ist, der es hört. Da man "nicht wahrnehmbare Kunst" nicht wahrnimmt, gibt es an dieser Stelle logischerweise: Nichts. Dennoch ist es nicht sinnlos, von einem solchen absoluten Nullpunkt auszugehen, denn von ihm aus kann sich der wahrzunehmende und zu bemessende Wert in unendlichen Abstufungen bis ins Unermessliche steigern. Je dichter am Nullpunkt, umso geringer der Wert des Elementes.

Die Berechtigung meiner Forderung nach dem Element "Wahrnehmbarkeit" lässt sich leicht untermauern: Die Wahrnehmbarkeit eines gestalteten Werkes ist oft (manchmal sogar zu recht) von ausschlaggebender Bedeutung für seinen Wert und seine Wertschätzung als Kunst.

Das Element "Wahrnehmbarkeit" lässt sich vom leeren Rahmen in verdunkelter Ausstellungshalle bis zur gothischen Kathedrale oder meinetwegen Christos verpacktem Reichstag steigern.

 
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